Bei Fußgängern hängt das inhalierte Luftvolumen hängt ganz wesentlich von der Fortbewegungsgeschwindigkeit und der Streckensteigung ab. Weitere Parameter sind Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht der betreffenden Person. Bei Kenntnis dieser Parameter kann das Inhalationsvolumen mit Hilfe geeigneter Funktionen für jede Person individuell aus der Fortbewegungsgeschwindigkeit und der Streckensteigung berechnet werden. Die Feinstaub-Dosis kann daher prinzipiell für jede Person mit Hilfe eines geeigneten Algorithmus aus dem Aufenthaltsort und der Fortbewegungsgeschwindigkeit individuell bestimmt werden. Hierauf beruht das Konzept der Feinstaub-Dosimetrie PMdose.
Die Inhalationsfunktionen wurden im Rahmen des Projekts GOFFI durch spiro-ergometrische Messungen des Atemvolumens in Abhängigkeit von der Fortbewegungsgeschwindigkeit und der Streckensteigung experimentell bestimmt. Außerdem wurden Literaturdaten aus verschiedenen umfangreichen Studien herangezogen.
Die Inhalationsfunktionen hängen sowohl vom Alter als auch vom Body Mass Index (BMI) der betreffenden Person ab. Bei Erwachsenen kommt noch eine Abhängigkeit vom Geschlecht hinzu. Alle diese Abhängigkeiten werden bei PMdose berücksichtigt.
Die Bilder rechts verdeutlichen die starke Abhängigkeit des Atemvolumens von der Fortbewegungsgeschwindigkeit am Beispiel zweier Personengruppen. In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit einem Durchschnittsalter von 9,5 Jahren und einem durchschnittlichen BMI von 18 variiert das Atemvolumen zwischen etwa 10 l/min bei langsamem Gehen und etwa 40 l/min bei schnellem Joggen (oberes Bild). Bei männlichen Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 39,1 Jahren und einem durchschnittlichen BMI von 25,7 kann das Atemvolumen bei schnellem Joggen bis auf etwa 70 l/min ansteigen.
Entsprechend groß sind die Unterschiede der Feinstaub-Dosis bei gegebener Feinstaubkonzentration in der Atemluft.